Hochgrade

Was ist ein Hochgrad-System?

Die Freimaurerei, ein zeitlos humanistisches Weltbild, öffnet sich in seiner Gesamtheit allen engagierten Brüdern im Meistergrad, einem offenen Buche gleich. Doch dieses Buch muss aktiv gelesen werden. Von allein kommt das Wissen nicht zu uns, es muss errungen sein. Die Symbole und tiefen Inhalte der Maurerei gilt es zu erarbeiten, zu erfahren.

Echte Freimaurerei lässt sich nicht auf ein geselliges Beisammensein, auf Einübungsethik und auf verstaubte Tradition reduzieren. Freimaurerei ist Arbeit, stete Arbeit. Und sie wirft – ernst betrieben – immer neue Fragen auf. Das weiß jeder engagierte Bruder Johannismeister.

»Hochgradsysteme« sind Vereinigungen besonders engagierter Brüder. Sie bieten durch die Bearbeitung weiterführender Grade (Hochgrade) und Inhalte Antworten auf offene Fragen oder suchen diese. Einige Systeme sind philosophisch, andere mystisch, wieder andere konfessionell ausgerichtet. Die Brüder, die einen weiterführenden Grad oder Hochgrad bearbeiten, sind aber nicht etwa bessere Freimaurer, noch wollen sie solche sein.

Ein wesentliches Ziel der Hochgrade in den verschiedenen Systemen ist es, den Brüdern durch Selbsterfahrung, Ritual und Einblicke in Zusammenhänge zu mehr Resilienz zu verhelfen.


Beispiele für Hochgradsysteme

Beispiele für Hochgradsysteme, die heute mit der »verfassten« Freimaurerei in soweit verbunden sind, als dass man regulärer Freimaurermeister einer (von der Großloge in England anerkannten) Freimaurerloge sein muss, um beitreten zu können:

  • Rektifizierter Schottischer Ritus (RSR)
  • Alter und Angenommener Schottischer Ritus (AASR)
  • York-Ritus (YR)
  • Royal Arch (RAC)
  • Knights Templar
  • Red Cross of Constantine (RCC)

Daneben gibt es noch Seitengrade oder Ergänzungsgrade, wie z. B. die Mark Master Masons (MMM) oder die Royal Ark Mariners (RAM), für deren Zugang die gleichen Voraussetzungen gelten.


Die Ausrichtung des Rektifizierten Schottischen Ritus

Jedes freimaurerische Hochgradsystem ist anders, aber letztlich verfolgen alle ähnliche Ziele auf jeweils etwas anderen Wegen. Der Schottische Ritus RSR ist in seinem Erfahrungsspektrum eindeutig spirituell-mystisch angelegt. Philosophie spielt bei uns, wenn überhaupt, so nur eine sehr untergeordnete Rolle. Der innere Weg, die innere Initiation ist das Ziel. Dafür bedienen wir uns mystischer Sinnbilder, Allegorien und Symbole, lassen sie auf uns wirken und nähern uns so dem, was wir unter Wahrheit verstehen. Auf diesem mystischen Weg spielen Ritterlichkeit, Alchemie und Tugenden eine gewisse Rolle.